Anlässlich des Weltnichtrauchertags veröffentlicht Unfairtobacco.org die Studie Alternative Livelihoods to Tobacco. Approaches & Experiences.

Seit 1988 findet jährlich am 31. Mai der Weltnichtrauchertag der Weltgesundheitsorganisation WHO statt. Zu diesem Anlass veröffentlicht Unfairtobacco.org heute die englischsprachige Studie

Alternative Livelihoods to Tobacco. Approaches & Experiences.

Weltnichtrauchertag 2012: Einflussnahme der Tabakindustrie

Für den Weltnichtrauchertag 2012 hat die WHO das Thema Einflussnahme der Tabakindustrie ausgerufen. Mit gutem Grund: In den letzten 2 Jahren haben die großen Tabakkonzerne vermehrt auf rechtliche Schritte zurück gegriffen, um Tabakkontrolle zu unterlaufen. Dazu gibt es dieses Jahr viele Veranstaltungen.

Big Tobacco’s Einflussnahme beim Tabakanbau

In Ländern des Südens nimmt die Tabakindustrie dort Einfluss, wo es um die Zukunft der Tabakpflanzer*innen geht. Die Konzerne spielen die Anwälte der „armen“ Tabakbauern und -bäuerinnen und argumentieren, diese müssten ohne den Tabakanbau in noch größerer Armut leben. Die Strategie von Big Tobacco zielt darauf, angeblich nachhaltige Methoden des Tabakanbaus einzuführen und mit Social Responsibility Projekten die Lebensumstände der Bauernfamilien gerade so weit zu verbessern, dass sie den Tabakanbau weiter betreiben. Im Grunde aber bezweckt die Tabakindustrie lediglich die Sicherung des Angebots an Rohtabak zu dauerhaft niedrigen Preisen.

Alternativen sind möglich

Die Studie Alternative Livelihoods to Tobacco. Approaches & Experiences bietet einen Einblick in bestehende Initiativen und Ansätze zu Alternativen. Autor*innen aus Brasilien, Kenia und Bangladesch stellen ihre jeweiligen Projekte dar. Auf dieser Grundlage diskutieren die Herausgeberinnen einige Problemfelder im Prozess des Ausstiegs aus dem Tabakanbau und formulieren Empfehlungen.

„Es ist ein Mythos, dass Tabak eine Cash Crop ohne Alternative sei“, sagt Sonja von Eichborn, Projektkoordinatorin von Unfairtobacco.org, „Alternativen sind möglich und können die Lebensbedingungen der ehemaligen Tabakbauern und -bäuerinnen verbessern. Dabei sind zwei Punkte, die wir in der Studie empfehlen, besonders wichtig:

1. Während des gesamten Prozesses zum Ausstieg müssen die Bauern und Bäuerinnen in die Entscheidungen einbezogen werden.

2. Der Ersatz durch eine andere reine Cash Crop in Monokultur kann nicht Ziel des Ausstiegs sein.“

Eine deutschsprachige Version der Studie wird in den nächsten Wochen als Webpublikation erscheinen.

Weitere Informationen:

Sonja von Eichborn: eichborn@unfairtobacco.org

Tel.: +49-(0)30-694 6101

Es ist ein Mythos, dass Tabak eine Cash Crop ohne Alternative sei.