1981 gründeten drei Tabakkonzerne aus den USA einen Lobbyverband, um ihre Exporte nach Südostasien zu steigern.[1] Auf Widerstand stießen sie dabei vor allem in Thailand, wo damals nur Zigaretten des staatlichen Monopolbetriebs verkauft werden durften. Die US-Unternehmen mobilisierten den Handelsbeauftragten der Bush-Administration sowie einflussreiche Senator*innen, um Thailand mit Handelssanktionen zu drohen.

1989 gelangte der Streit vor ein Schiedsgericht der Mitgliedsstaaten des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT). Die thailändische Regierung verteidigte das Verbot von Zigarettenimporten unter Hinweis auf Artikel XX(b) des GATT-Abkommens, der eine Beschränkung des internationalen Handels erlaubt, sofern „Maßnahmen zum Schutz des Lebens und der Gesundheit“ dies erfordern. Das Schiedsgericht widersprach der Auffassung, Importe würden den Tabakkonsum erhöhen, und urteilte Ende 1990 zugunsten der US-Konzerne. Der Marlboro-Hersteller Philip Morris konnte seinen Marktanteil in Thailand seitdem auf über 20% steigern.[2]

Weiterführende Informationen:

“Trade policy, not morals or health policy”: the US Trade Representative, tobacco companies and market liberalization in Thailand (2012)