Tabak macht nicht nur Nutzer*innen krank, sondern auch die Bäuerinnen und Bauern, die ihn anbauen. Die Pflanze enthält das Nervengift Nikotin, das von den frischen grünen Blättern insbesondere bei Nässe (Morgentau, Regen, Schweiß) über die Haut aufgenommen werden kann. Dadurch kann eine akute Nikotinvergiftung hervorgerufen werden, die Grüne Tabakkrankheit genannt wird. Sie führt zu Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Muskelschwäche.

Dies ist besonders gefährlich für die vielen Kinder, die weltweit im Tabakanbau arbeiten. Ohne Schutzmaßnahmen können Arbeiter*innen bei feuchtem Wetter mit bis zu 54 mg Nikotin pro Tag in Kontakt kommen – dem Nikotingehalt von 50 Zigaretten. Selbst wenn sie nicht rauchen, kann in ihrem Blut nach einer Anbausaison soviel Nikotin wie bei regelmäßigen Raucher*innen nachgewiesen werden.

Nikotin schwächt außerdem das Immunsystem und kann Krebs sowie Stoffwechsel-Erkrankungen wie Diabetes befördern.

Oft fehlt es Bäuerinnen und Bauern an Geld, um Schutzkleidung zu kaufen. Außerdem müssen sie abwägen, ob sie sich der Gefahr einer Nikotinvergiftung oder der einer Überhitzung aussetzen. Vor allem die im Feld arbeitenden Kinder haben ein erhöhtes Risiko, lebensgefährliche Hitzekrankheiten und Dehydrierung zu erleiden.