Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2020 präsentieren wir zwei Kurzfilme zu den Menschenrechtsverletzungen durch die Tabakindustrie: In Indonesien sprach unser Kooperationspartner Katarana Productions mit rauchenden Jugendlichen. In Sambia interviewte unsere Partnerorganisation TOFAZA Kinder, die im Tabakanbau arbeiten.

Tabak verletzt gleich mehrere grundlegende Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Gesundheit. Zudem werden Frauenrechte verletzt, denn Rauchen und Passivrauchen sowie fehlende Schutzkleidung im Tabakanbau schädigen Frauen insbesondere während Schwangerschaften. Viel zu häufig müssen auch Kinder bei der Arbeit auf den Feldern helfen. 1,3 Millionen Kinder arbeiten weltweit auf Tabakplantagen.

Verantwortlich für die Menschenrechtsverletzungen durch Tabak ist die Tabakindustrie. Denn die unwürdigen Arbeitsbedingungen von Arbeiter*innen im Globalen Süden gehören leider immer noch zur wirtschaftlichen Wachstumsstrategie vieler Unternehmen. Die Tabakindustrie versucht den maximalen Gewinn auf Kosten derjenigen Menschen zu erzielen, die im Anbau von Tabak arbeiten. Auch deutsche Tabakunternehmen sind dafür verantwortlich, denn Deutschland importiert jährlich ca. 150.000 Tonnen Rohtabak.

Rauchende Jugendliche und das Recht auf Gesundheit in Indonesien

Indonesien hat mit 76,2% die weltweit höchste Rate an erwachsenen Rauchern. Die gesellschaftiche Akzeptanz des Rauchens ist in Indonesien sehr hoch. Die Prozentzahl rauchender Jungen und Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren liegt bei 19,4%. Tabakkonzerne sprechen mit ihren Werbekampagnen direkt Kinder und Jugendliche an. Damit verletzen sie das Recht der Kinder auf Information bzw. Schutz vor Fehlinformation – und in der Folge auch ihr Recht auf Gesundheit.

Auswirkungen der Tabakproduktion auf Kinderrechte in Sambia

In Sambia gehört Tabak zu den wichtigsten Exportgütern. Tabakbauern und -bäuerinnen verdienen allerdings wenig durch die harte Arbeit. Viel zu häufig müssen Kinder bei der Arbeit helfen, um ihre eigene Schulbildung zu finanzieren. Sie riskieren dabei ihre Gesundheit, haben keine Zeit für Bildung und ein unbeschwertes Leben. Das verstößt gegen grundlegende Kinderrechte.

Was kann Deutschland tun?

Tabakunternehmen profitieren schon zu lange von Menschenrechtsverletzungen. Sie tragen freiwillig kaum zur Einhaltung der Menschenrechte bei. Deutschland ist allerdings verpflichtet, sich auch für die Einhaltung von Menschenrechtsstandardseinzusetzen. Bislang gibt es jedoch kein Gesetz, das Transparenz und menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für in Deutschland ansässige Unternehmen gewährleisten würde. Wir fordern daher ein Lieferkettengesetz.

„Ich habe in der 7. Klasse angefangen zu rauchen. Ich habe es ausprobiert und plötzlich war ich abhängig.“ Rafiansyah Baidillah, Schüler aus Indonesien, 17 Jahre