Was für ein ereignisreiches Jahr 2025: Kongresse, Tagungen, Online-Seminare; Projekttage, Lernstationen, Jugendclub-Party; Videos, Factsheet und Soziale Medien. Wir haben enorm viele Menschen getroffen, mit denen wir über die Lieferketten von Zigaretten, Einweg-E-Zigaretten und Co. gesprochen haben. Von unseren Partner*innen aus Brasilien, Bangladesch, Sambia und Malawi bekamen wir Einblicke in Alternativen zum Tabakanbau und in ihren Einsatz für bessere Tabakkontrolle.

Status Quo: Lieferketten von Tabak- und Nikotinprodukten

An den Folgen für die Umwelt und die Menschenrechte in den Lieferketten von Tabak- und Nikotinprodukten hat sich bislang nichts Wesentliches verändert. Dies zeigten wir mit unserer Ausstellung „Rohstoffe für Tabak- und Nikotinprodukte“ eindrücklich beim DGP-Kongress in Leipzig, auf dem Suchtkongress in Berlin und bei einer Veranstaltung in Rostock. Bei allen Gelegenheiten hielten wir Vorträge und beantworteten die Fragen der Teilnehmenden aus den Gesundheitsberufen in der Pneumologie, der Suchtprävention oder der Entwöhnung.

Parallel informierten wir in einer großen Serie auf unseren Social Media Kanälen über die Umweltfolgen und Verletzungen von Menschenrechten bei der Gewinnung unterschiedlicher Rohstoffe für Tabak- und Nikotinprodukte.

Wandel: Wir teilen unser Wissen

Besonderes Augenmerk legten wir in diesem Jahr auf die Schulung und Information von Multiplikator*innen, um bundesweit mehr Menschen zu befähigen, die Aspekte Umwelt und Menschenrechte in ihre Präventionsarbeit zu integerieren. Wir stellten unsere Bildungsangebote den Studierenden der Kindheitswissenschaften an der Uni Stendal vor, ebenso bei einem Berliner Treffen von Suchtpräventions-Lehrkräften und beim digitalen Fachtag der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen für pädagogische Fachkräfte. Auf Einladung der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen erläuterten wir für Akteure der Suchtprävention die Umweltfolgen der Tabak- und Rohstoff-Lieferketten und überlegten gemeinsam, wie dieses Wissen in ihrer Arbeit angewendet werden kann.

Wandel: Wir diskutieren Schritte zu Nachhaltigkeit

In 2025 hat sich das Interesse an unseren Bildungsangebote mehr als verdoppelt – unsere interaktiven Methoden sind sehr gefragt. An unterschiedlichen Schulen erarbeiteten wir mit Schüler*innen ab der 6. Klasse aufwärts die globalen Zusammenhänge von Tabakanbau und Rohstoffproduktion. Wir diskutierten mit ihnen, wie Missstände in Lieferketten behoben werden könnten und welche nachhaltigen Lösungen Menschen im Globalen Süden vorschlagen. Insbesondere Projekttage boten die Gelegenheit, mit den jungen Menschen darüber zu sprechen, was all dies mit ihnen selbst und ihrer Zukunft zu tun hat.

Dafür entwickelten unsere Bildungsreferentinnen neue Materialien in Quizform, als Experimente, für Bewegung im Raum oder zur Diskussion in einer Talkshow. Diese werden bald auch auf unserer Webseite zu finden sein.

Bei außerschulischen Angeboten der Suchtprävention waren wir mit Lernstationen vertreten und konnten zahlreichen Jugendlichen Denkanstöße mitgeben – zu globalen Wirtschaftsbeziehungen, zu Umweltaspekten, zu Kinderrechten und ihrer eigenen Zukunft.

Umgekehrt erhielten auch wir Denkanstöße von jungen Menschen für die Zukunft, die wir in den Sozialen Medien teilten: Es braucht mehr denn je die Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um Maßnahmen der Tabakkontrolle erfolgreich auszugestalten. So forderte die Delegation der jungen Menschen bei der COP11, dass sich ihre Beteiligung nicht nur auf die Teilnahme an COP-Verhandlungen beschränkt sollte. Sie wollen auch im gesamten Prozess der internationalen Tabakkontrolle eine gestaltende Rolle übernehmen und dabei unterstützt werden. 

Wandel: Wir lernen von Partner*innen

Alternativen zum Tabakanbau waren weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt in 2025. In einem dreisprachigen Online-Seminar zum Welternährungstag erfuhren wir gemeinsam mit den Teilnehmer*innen, wie die Umstellung von Tabak zum ökologischen Anbau von Nahrungsmitteln gelingen kann. Zwei Experten aus Brasilien und Bangladesch schilderten unter anderem, welche Art der Unterstützung für die Farmer*innen wichtig ist und wie der Marktzugang geschaffen werden kann.

Parallel dazu veröffentlichten wir neue Videoclips aus Brasilien in unserer Videoserie über eine tabakfreie Landwirtschaft. Zu Jahresbeginn hatten wir sie mit zwei Videos aus Malawi begonnen. Farmer*innen schildern darin lebhaft und praxisnah, warum und wie sie aus dem Tabak ausgestiegen sind und wie sich ihr Leben mit dem ökologischen Landbau verändert hat. Passend dazu informiert auch unser brandneues Factsheet über die Vielfalt der Alternativen zu Tabak.

In einer Session auf der 23. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle (23. DKT) im Dezember warfen wir diesmal einen Blick auf die Tabakkontrolle im Globalen Süden. Zwei Expert*innen aus Sambia und Bangladesch berichteten über den aktuellen Stand der jeweiligen Gesetzgebung zur Tabakkontrolle. Insbesondere die Zielkonflikte der verschiedenen Politikbereiche im Spannungsfeld von (Land-)Wirtschaft und Gesundheit standen im Fokus.

Wandel: Wir stellen Forderungen an die Politik

Früh im Jahr wendeten wir uns während der Koalitionsverhandlungen nach den Bundestagswahlen gemeinsam mit zahlreichen Gesundheits- und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu Wort. Als Teil der Initiative Kinder Ohne Alkohol und Nikotin richteten wir einen Appell an die Verhandlungsführenden: „Sie gestalten die Zukunft – verankern Sie im Koalitionsvertrag: Ein Gesetz, das Kinder und Jugendliche vor Alkohol- und Nikotin*– Marketing schützt.“ Denn um Kinder und Jugendliche zu schützen, muss Marketing für Alkohol- und Nikotinprodukte vollständig beendet werden.

Auch zum Weltnichtrauchertag verfolgten wir dieses Thema weiter und machten insbesondere auf unseren Social Media Kanälen darauf aufmerksam, wie die Tabak- und Nikotinindustrie gründlich entwickelte Produkte, tausende Aromen und gezielte Marketingtaktiken einsetzt, um eine neue Generation von Konsumierenden zu gewinnen.

Gleichzeitig machten wir uns kontinuierlich für das deutsche Lieferkettengesetz und die EU-Lieferkettenrichtlinie stark. Denn für ein Ende von ausbeuterischer Kinderarbeit im Tabakanbau sind diese Gesetze wichtige Werkzeuge. Zum Welttag gegen ausbeuterische Kinderarbeit forderten wir dringend zum Unterzeichnen einer Petition an Bundeskanzler Merz auf, sich für den Erhalt und eine wirksame Umsetzung der Lieferkettengesetze einzusetzen.

Und schließlich wiesen wir anlässlich der COP11-Vertragsstaatenkonferenz in Genf und bei der 23. DKT in Heidelberg auf die Einflussnahme der Tabakindustrie als ein wesentliches Hindernis für die Tabakkontrolle hin. Diese Einflussnahme auf politische Entscheider*innen, die sich für die öffentliche Gesundheit stark machen sollen, muss dringend stärker beschränkt werden. Diese Forderung wollen wir mit ins Jahr 2026 nehmen.

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