Online-Seminar am 12. Mai 2026, 10.00 – 12.00 Uhr (MESZ)

Anlässlich der aktuellen Diskussionen in Deutschland über Steuern, die zu mehr Gesundheit und weniger Folgekosten führen sollen, laden wir zum Online-Seminar „Gesundheit statt Profite“ ein. Expert*innen aus Mexiko, Bangladesch, Schweden und Nigeria teilen ihre Erfahrungen, wie eine Regulierung von Unternehmen aussehen kann, wenn das Recht auf Gesundheit umgesetzt wird. Sie sprechen über Tabakprodukte, Alkohol und hochverarbeitete Lebensmittel und diskutieren die kommerziellen Determinanten von Gesundheit, die „Commercial Determinants of Health“ (CDoH).

Die Commercial Determinants of Health beschreiben, wie kommerzielle Akteure zu Gunsten ihres Geschäfts Politik beeinflussen, Narrative bestimmen und Machtungleichheiten ausnutzen. Ihre Aktivitäten beeinflussen direkt oder indirekt, positiv oder negativ die Gesundheit der Menschen und des Planeten. Dieser Einfluss kann auch positiv sein, wenn Produkte oder Dienstleistungen bereitgestellt werden, die der Gesundheit oder dem Schutz von Umwelt und Klima zuträglich sind.

Der Konsum von Tabakprodukten, Alkohol oder hochverarbeiteten Lebensmitteln bringt jedoch sehr hohe gesundheitliche und volkswirtschaftliche Folgekosten sowie großes Leid mit sich. Zusätzlich führt die wirtschaftliche Macht profitorientierter Akteure sehr häufig dazu, dass politisches Handeln zum Schutz von Gesundheit und Umwelt verhindert oder erschwert wird. Wie kann dieser Schieflage durch staatliches Handeln und zivilgesellschaftliches Engagement begegnet werden?

Ein Best Practice Beispiel ist die Regulierung von Nahrungsmitteln in Mexiko. In Bangladesch, Schweden und Nigeria gibt es unterschiedliche Erfahrungen mit der Regulierung dieser drei Branchen.

Inputs zum Einstieg

Diskussionsbeiträge

Wir sprechen unter anderem über diese Fragen: Wie sieht die Gesetzgebung konkret aus und welche Verbesserungen gab es in den letzten Jahren? Wer sind die wichtigsten Akteure und wie konnten sie Veränderungen bewirken? Wo gab es Hindernisse und wo gibt es Möglichkeiten, noch mehr zu erreichen? Wie können wir Staaten unterstützen, ihr Handeln besser an „Gesundheit statt Profite“ zu orientieren?

Moderation: Miriam Meschede, Center for Planetary Health Policy (angefragt).

Sprache: Englisch, mit simultaner Übersetzung ins Deutsche

Bitte melden Sie sich hier für Ihre Teilnahme an.

Unser Online-Seminar richtet sich an zivilgesellschaftliche Akteur*innen, an Medienvertreter*innen sowie an eine interessierte Öffentlichkeit und wird veranstaltet von Foodjustice & Unfairtobacco, mit Unterstützung von Movendi International.

Die Veranstaltung wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ, durch die Landesstelle EZ des Berliner Senats, durch den Evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienst (Brot für die Welt) und die Stiftung Oskar-Helene-Heim.

Hintergrund zur Veranstaltung

Rund 140 Milliarden Euro – so hoch sind die Kosten, die das Ernährungssystem in Deutschland in den Bereichen Umwelt und Gesundheit verursacht. Treiber sind vor allem die Fleischproduktion und der Konsum von Zucker und hoch verarbeiteten Lebensmitteln. Tabakprodukte verursachen gesundheitliche Folgekosten von rund 90 Milliarden Euro pro Jahr. Die durch Alkoholkonsum verursachten volkswirtschaftlichen Kosten betragen rund 57 Milliarden Euro pro Jahr.

Dies sind nur die Zahlen für Deutschland. Nicht eingerechnet sind die Umweltzerstörung, die Gesundheitsschäden und die sozialen Folgen, die der Anbau von Tabak sowie von Futter für die Tierzucht im Globalen Süden verursachen. Auch die sozialen Folgen von Sucht und Krankheit sind nicht eingerechnet.

Gleichzeitig übersteigt der Umsatz einiger global operierender Unternehmen das Bruttoinlandsprodukt ganzer Staaten. Die US-amerikanische Supermarktkette Walmart etwa ist auf Platz der zehn der umsatzstärksten wirtschaftlichen Player – vor Ländern wie Spanien, den Niederlanden und Südkorea. Diese wirtschaftliche Macht demokratisch nicht legitimierter, profitorientierter Akteure führt dazu, dass politisches Handeln, das Gesundheit und Umwelt schützt, verhindert oder erschwert wird. Beispiele hierfür sind Klagen von Unternehmen gegen Staaten, die gesundheitsschädliche Produkte wie Tabak regulieren wollen. Aber auch systematische Steuervermeidung und die Finanzierung von Studien, die die wissenschaftliche Basis von Gesundheits- und Umweltschutz in Fragen stellen.

Wie an den Zahlen zu sehen ist, ist diese Schieflage nur für wenige profitabel und für die meisten ein Minusgeschäft – gar nicht zu sprechen von dem Leid, das sie verursacht. Deshalb ist hier staatliches Handeln erforderlich, für Gesundheit statt Profite.

Gesundheit statt Profite: Wie können wir die Industrien für Tabak, Alkohol und Lebensmittel regulieren?
Erfahrungen aus Mexiko, Bangladesch, Schweden und Nigeria

Online-Seminar

Termin: Dienstag, 12. Mai 2026, 10.00 – 12.00 Uhr (MESZ)

Teilnehmende Expert*innen:

  • Miriam Meschede, Center for Planetary Health Policy, Deutschland (angefragt)
  • Andrea Arango Angarita, Instituto de Salud Pública, Mexiko
  • Sushanta K Sinha, Journalist, Bangladesch
  • N.N., Schweden
  • Philip Jakpor, Renevlyn Development Initiative, Nigeria

Sprachen: Englisch, Deutsch (simultane Übersetzung)

Das Online-Seminar ist kostenfrei und richtet sich an zivilgesellschaftliche Akteur*innen, an Medienvertreter*innen sowie an eine interessierte Öffentlichkeit.

Bitte melden Sie sich hier an.

Veranstaltungseinladung (pdf)